Übertraining bezeichnet
eine länger dauernde Stagnation oder einen länger
dauernden Abfall der sportartspezifischen Leistung.
Der Sportler bemerkt eine schnellere Erschöpfung bei
hochintensiver Ausdauer-belastung. Es kommt zu einem Abfall
der maximalen Herzfrequenz sowie zu Befindlichkeitsstörungen.
Besonders häufig betroffen sind Jugendliche und SportlerInnen,
die vermehrt Kraft-, Sprint- und Sprungbelastung trainieren.
Neben der erhöhten Müdigkeit besteht eine erhöhte
Verletzungsgefahr durch zentralnervös bedingte Konzentrationsstörungen.
Außerdem ist die Infektanfälligkeit durch Beeinträchtigung
des Immunsystems erhöht.
Ursachen für eine Übertrainingssymptomatik sind
zu kurze Regenerationsphasen sowie ein Missverhältnis
zwischen aktueller Gesamtbeanspruchung und Belastbarkeit.
Muskuläre Belastung führt zu einer Reduzierung der
muskulären Glykogenkon-zentration. Die Wiederauffüllung
der Glykogenspeicher erfolgt während der Regenera-tionsphasen.
Häufige Belastungen im glykogenverarmten Zustand führen
zu einer Erschöpfung der Katecholaminsekretionsfähigkeit
(Vermittlerstoff des Nervensystems) und somit zum typische
Bild des Übertrainings.
Es gibt sog. unblutige und sog. blutige Warnzeichen für
eine Übertrainings-symptomatik.
Zu den unblutigen gehören Verminderung der sportartspezifischen
Leistung, signifikante Reduktion der maximalen Sauerstoffaufnahme,
Erniedrigung der Belastungsdauer bis zum Abbruch, Befindlichkeitsstörungen
(erhöhte Nervosität, gesteigerte Reizbarkeit, innere
Unruhe).
Zu den blutigen Hinweisen auf eine Übertrainingssymptomatik
zählen ein erniedrigter maximaler Laktatwert (Laktat
ist ein Indikator für die muskuläre Glykogenkonzentration;
überraschend niedrige Laktatkonzentrationen auf hohen
Belastungsstufen sind also Hinweis auf eine muskuläre
Glykogenveramung und somit ein Warnsignal für eine unter
Umständen drohende Übertrainingssymptomatik), eine
erhöhte Aktivität der Kreatinkinase (Muskelenzym)
sowie ansteigende Werte von Harnstoff und Harnsäure (beides
Blutparameter des Muskelstoffwechsel sowie des Regenerationszustandes).